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Scholastik ArtikelBuch-Tipp: Das Kriterium des Christseins Ein gelungenes Lehrbuch zur Gnadentheologie Karl-Heinz Menke zeigt in seinem neuen Lehrbuch wieder ein großes didaktisches Geschick. Aus der großen Thematik der Gnadentheologie wählt er lediglich die wichtigsten Eckpunkte heraus und stellt sie so anschaulich dies bei einem eher abstrakten und unanschaulichen theologischen Thema eben möglich ist,... Die Scholastik (v. lat. schola, Schule) ist eine philosophische Richtung, die gegen Ende des 11. Jahrhunderts entstand. Sie löste langsam aber sicher die sprirituell-mystizistisch geprägten Bemühungen der Intellektuellen des frühen Mittelalters ab, in stetiger Suche die Einheit der Seele mit dem Göttlichen herzustellen, und verdrängte deren Ansicht, dieses Streben sei der einzige Sinn menschlichen Geistes.
Die Scholastik war weit rationalistischer geprägt: Sie stellte die menschliche Vernunft in den Vordergrund, und sprach dem menschlichen Geist eine Sinnhaftigkeit zu, die auch zu anderen Zwecken als der inneren Kontemplation eingesetzt werden müsse.
Gemeinsam war allen Scholastikern zu dem einen die Betonung des menschlichen Verstandes, und zu dem anderen der unbedingte Glaube an die christliche Offenbarung als unangezweifelte Wahrheit. Das Projekt der Scholastik war, beiden, dem Verstand und dem Glauben, eine gleichberechtigte Existenz zu verschaffen.
Dennoch war die Scholastik keine einheitliche Strömung, denn die Ansätze der einzelnen Vertreter waren sehr unterschiedlich. Sie manifestierten sich in dem Universalienstreit. Die Hochscholastik, insbesondere unter Thomas von Aquin, verschmolz die christlichen Glaubensgrundlagen mit der Logik und den ontologischen Anschauungen des wiederentdeckten Aristoteles und dem ptolemäischen Weltbild aufs Engste: Durch den Verstand sollte der Mensch in die Lage kommen, Gottes innerstes Wesen zu erkennen. Eine spätscholastische Richtung, die insbesondere von William von Ockham geprägt wurde, vertrat exakt gegenteilige Ansichten und trennte Wissenschaft und Glaube durch eine unüberbrückbare Linie: Auf der einen Seite konnte der Verstand wirken und ein Wissen von der empirisch erfahrbaren Welt liefern, aber er konnte nie die Grenze in jene Bereiche übertreten, in denen Gott absolute Freiheit genoss: Erkenntnisse über Gott konnte also ca. der Glaube, nicht der Verstand liefern.
Die Scholastik erreichte ihren Höhepunkt mit Thomas von Aquin und Ockham von Mitte des 13. bis Mitte des 14. Jahrhunderts. Sie verebbte in den aufkommenden Tendenzen des Humanismus und des Neu-Platinismus (die durch die florentiner Platonische Akademie wieder entdeckt wurde) zu Beginn der Neuzeit am Ende des 15. Jahrhunderts zusammen mit der Bildungshoheit des Klerus.
Zu den wesentlichen Zügen der Scholastik gehört der Exemplarismus.== Kernpunkte und wesentliche Vertreter ==
Die Scholastik sprach zunächst einmal dem menschlichen Verstand
eine zentrale Rolle beim Verständnis des christlichen Glaubens zu.
Der Verstand sollte nicht länger ca. dem Glauben untergeordnet
sein, sondern er sollte dazu dienen, den Glauben zu erforschen,
und neue gültige Wahrheiten über den Glauben zu finden.
Anselm von Canterbury und Hugo von Sankt Viktor gehörten zu den ersten, die diese radikale These aufstellten.
Die Scholastiker vollzogen in dem Grunde den Schritt von Platon
zu Aristoteles erneut: Nicht mehr die Weltverneinung, sondern das
Annehmen der Welt und logische Begründung treten in den Vordergrund.
Im 13. Jahrhundert unterscheidet Albertus Magnus zwischen
Wissen, das wissenschaftlich erworben (empirisch begründet und
logisch abgeleitet) wird, und solchem, das theologisch
abgeleitet wird.
Sein Schüler, Thomas von Aquin, hatte sich
dann vorwiegend mit der Kritik der konservativen Theologen
herumzuschlagen, die das Aufdecken und Ableiten von Naturgesetzen
als eine Einschränkung der Allmächtigkeit Gottes betrachteten.
Thomas argumentierte dagegen, dass Gott den Menschen mit seinem
Verstand und seiner Autonomie geschaffen habe. Diese Gaben hätten
ihren Ursprung in der Natur Gottes, so könne ihre tägige Anwendung
den Menschen ca. näher zu Gott bringen, aber nicht von ihm
entfernen. In dem Gegenteil: Ein Verzicht auf den Einsatz seiner
Fähigkeiten, hieße, dass der Mensch die Erwartungen, die Gott
in ihn gelegt habe, indem er ihm diese Fähigkeiten gab, nicht
erfüllen würde.== Literatur ==
- Eco, Umberto: Der Name der Rose, Hanser-Verlag, München, 1982
- Hennen, Anna Maria: Die Gestalt der Lebewesen, Versuch einer Erklärung in dem Sinne der aristote-lisch-scholastischen Philosophie, Würzburg 2000
- Vries, Josef de: Grundbegriffe der Scholastik, Darmstadt 1993
- Kantische und scholastische Einschätzung der natürlichen Gotteserkenntnis, I. Band, 5. Heft in: Philosophie und Grenzwissenschaften – Schriftenreihe hrsg. vom Innsbrucker Institut für scholastische Philosophie, Innsbruck 1925==Fortsetzung folgt (wenn sie jemand schreibt!):==
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